Morgens gegen 7:30 Uhr gab es Frühstück. Um 8 Uhr wurde man mit dem Taxi zum Projekt gefahren. Dort hatte man freie Auswahl, bei welchen Stationen man reinschnuppern möchte. Ich habe jede Woche eine andere Station angesehen. Dazu gehörten die Chirurgie (Verbandswechsel), die Neonatologie (Ernährung, Pflege, Vitalzeichenkontrolle), die Geburtshilfe (Assistenz bei Geburten, Nachsorge) und der OP (Kaiserschnitte). Es gab jeden Tag neue Dinge zu entdecken. Nach dem anfänglichen Schock, was die Standards des Krankenhauses (im Vergleich zu Deutschland) betrifft, konnte man sich gut auf die Situation einlassen. Leider gestaltete sich manchmal die Kommunikation mit den Mitarbeitenden schwierig, da es im Englischen manchmal eine große Sprachbarriere gab. Doch damit kommt man trotzdem gut zurecht!
Das wayers Home an der Ostküste war traumhaft. Umgeben von Palmen konnte man nach der Arbeit die Seele baumeln lassen. Um dem Trubel bei Bedarf entgehen zu können, gab es genügend Rückzugsorte. Das ganze Team vor Ort hat sich stetig um die Optik und Sicherheit des gesamten Quartiers gekümmert. Der Weg zum Strand war innerhalb von 30 Sekunden (70m) zu erreichen und bat immer atemberaubendes Urlaubsfeeling. Auch im Dorf konnte man sich täglich mit frischem Obst und Gemüse belohnen, oder sich mit Locals connecten.
Mein persönliches Highlight war die erste Geburt die ich miterleben durfte. Es war mein erster Tag und ich wurde gleich dazu geholt und mit eingebunden. Learning by Doing wurde mir alles im Geschehen erklärt und ich durfte assistieren. Das war ein beeindruckender und prägender Moment, den ich nie vergessen werde.
Besonders lustig waren übrigens die sämtlichen tierischen Merkmale (FSK 18), die wir auf der Safari auf dem Festland sehen durften.
Die Einheimischen auf Sansibar sind unfassbar aufgeschlossen und freundlich. Begegnet man ihnen mit der selben Einstellung, kann man hier Freunde fürs Leben gewinnen. Ich würde behaupten, dort mein 2. Zuhause gefunden zu haben. Das Essen ist abwechslungsreich und durchweg gesund. Der deutsche Körper muss sich natürlich erstmal an die neue Nahrung gewöhnen, aber jede Mahlzeit wird zu einem Erlebnis. Ich kann nur empfehlen, in Local-Restaurants (Preise 1,50 – 3 €) zu essen und nicht den Gang in die Hotel-Restaurants (10 – 18 €) zu wagen! Echte Swahili-Küche ist wahrscheinlich das Beste, was man seinem Körper „antun“ kann.
Ich habe mich in Tansania neu kennengelernt. Die lockere, aufgeschlossene und vor allem entspannte Art der Menschen steckt an. Man konnte dem Stress und der Anspannung aus Deutschland entkommen und sich dem Motto „Pole Pole“ (langsam, langsam) hingeben. Wenn man sich der Lebensart annimmt, den Einheimischen gegenüber öffnet und in die Kultur eintaucht, wird man hier Erfahrungen fürs Leben machen. Ich konnte hier meine Persönlichkeit entfalten und einfach Ich-Selbst sein.
Der gesamte Auslandsaufenthalt war magisch. Es war definitiv nicht meine letzte Reise mit wayers und auch nicht mein letzter Besuch auf Sansibar/in Tansania.
Seid euch bewusst, dass die ersten Tage für ALLE erstmal hart sind. Jeder braucht Zeit zum Ankommen (bei mir waren es ca. 8 Tage). Doch sobald der Zeitpunkt erreicht ist, an dem Ihr Euch angekommen fühlt, wird es einfach unbeschreiblich schön! Lasst Euch nicht unterkriegen und seid vor allem offen gegenüber neuen Dingen. Alles ist Gewöhnungssache und das unterschreibe ich mit Edding!