Ich habe mich sehr wohl gefühlt, da ich mich sehr wohl bei Tania gefühlt habe und wusste, dass wenn irgendwas wäre ich mich jederzeit bei ihr melden konnte. Es gab eine gute Einführung, die einen auf das, was man im Township sieht, vorbereitet hat. Natürlich gab es auch ein paar Situationen, bei denen man sich nicht ganz wohl gefühlt hat, da es was ganz Neues war und ein Township eine krasse Erfahrung ist. Essen mussten wir uns bei diesem Projekt selber kochen, allerdings gab es auch sehr schöne Abende, bei denen wir gemeinsam essen waren.
Man hat gemerkt, dass je länger man an der Schule Sport unterrichtet hat, die Kinder einem immer mehr und mehr ans Herz wachsen und auch andersherum. Es war toll, zu sehen, wie sportbegeistert sie sind, auch wenn es ab und zu ein bisschen chaotisch war. Es hat allen unglaublich viel Spaß gemacht.
Mein Tag begann mit einem leckeren Frühstück in unserer Unterkunft. Dann wurden wir von einem Fahrer abgeholt, welcher uns ins Township gebracht hat zu unseren jeweiligen Projekten. Wir wurden bis vor die Türe gefahren, sodass ich mich immer sicher gefühlt habe. Dann bin ich in meine Schule gegangen und habe mich auf die Suche nach dem PT Teacher gemacht, der mit mir die ganzen Sportkurse gemacht hat.
Meistens war bereits eine Klasse mit Sportunterricht dran, sodass ich mich gleich einbringen konnte. Meistens gab es verschiedene Stationen, da meist 40 Kinder in einer Klasse waren und damit jeder zu seiner körperlichen Aktivität kommt, gab es 4 Stationen mit verschiedenen Übungen. Die Übungen haben jeweils unterschiedliche Fähigkeiten (wie Gleichgewicht, Fangen, Schnelligkeit und Koordination) beansprucht. Wenn die eine Klasse fertig war, kam die nächste dran. Meistens haben wir die Stationen für einen Tag so gelassen, sodass jede Klasse die Übungen einmal ausprobieren konnte.
Falls ich mal Freizeit hatte, bin ich zur Preprimary School gegangen, um mit den ganz Kleinen eine tägliche Bewegungseinheit zu machen, da sie sich genauso darüber gefreut haben. Dann war auch schon Mittag und ich wurde wieder von dem Fahrer an meiner Schule abgeholt und es ging zurück zu unserer Unterkunft. Meistens gab es dann ein gemeinsam gekochtes Mittagessen und dann eine kleine Aktivität oder einfach entspannen und quatschen in der Unterkunft.
An den Wochenenden hatten wir verschiedene Sightseeing-Punkte besucht (Root 44, Railway Market, Surfen in Strand). Es gab genug zu sehen. 🙂
Mein schönster Moment in meinem Projekt war eine Übung, die ich mir ganz spontan ausgedacht habe. Ich habe gemerkt, dass viele Mädels am Rand standen und nicht unbedingt Sport mitmachen wollten. Dann habe ich Sie daraufhin gefragt, was sie denn für Sportübungen kennen. Daraus ist dann ein Spiel entstanden. Wir standen alle in einem Kreis und es gab einen Ball, der von Person zu Person geworfen wurde. Die Aufgabe war, dass jeder der den Ball fängt, sich eine Übung überlegen musste, welche die ganze Gruppe durchführen musste. Einfache Bewegungen wie Liegestütz, Squats, Arme kreisen, Plank und ganz viele andere. Es sind immer mehr Kinder dazugekommen und man hat das Interesse gesehen bei den Kinder. Außerdem haben sie sich so gefreut, dass sie sich selber einbringen konnten. Zudem entstand ein Gemeinschaftsgefühl, da sich die Kinder zusammen Spaß hatten und sich gegenseitig bei den Übungen unterstützt haben. Das war so schön zu sehen!
Am meisten hat mich fasziniert, dass die Kinder, obwohl sie nicht viel haben, mit einem breiten Lächeln auf einen zugerannt sind. Das Essen war sehr lecker, wobei die kulturellen Speisen meistens sehr viel Fleisch beinhaltet haben. Die Lebensart ist viel entspannter, als ich sie hier von uns kenne. Die Menschen nehmen das Leben gelassener. Es ist keine so große Leistungsgesellschaft wie hier. Allerdings war es auch eine schockierende Erfahrung zu sehen, in was für einer Armut Menschen leben.
Es hat meine Einstellung gegenüber dem Leben geprägt. Das alles so kommt ,wie es soll. It is what it is. Und vor allem auch einfach glücklich zu sein mit dem, was man bereits hat und nicht immer um das trauern, was man noch gerne haben würde und was man noch nicht erreicht hat. Auch die kleinen Dinge im Leben zählen. Wenn man ein Kind glücklich gemacht hat an dem Tag und es am nächsten Tag mit einem Strahlen im Gesicht auf dich zugekommen ist, war das schon alles, was ich gebraucht habe, um glücklich und dankbar zu sein.
Ich bin sehr dankbar für meine Reise und meine Erfahrungen, die ich in Südafrika in meinem Sportprojekt machen durfte. Natürlich gab es Höhen und Tiefen. Aber ich habe tatsächlich viel durch die neue Kultur vor Ort gelernt. Es ist schön, einen neuen Blickwinkel aufs Leben zu bekommen und das Lächeln der Kinder wird mir für immer in meinem Herzen bleiben. Es war das schönste Gefühl, dass es den Kindern alleine gereicht hat, dass du für sie da warst und Zeit mit ihnen verbracht hast. Ich hoffe, sie konnten genau so viel von mir lernen, wie ich von ihnen.
Genieße das Projekt und lasse dich auf die Kultur ein. Lasse dich auf spontane Ideen ein, denn so können unglaublich schöne Momente entstehen. Und vor allem: trau dich, deine eigenen Ideen einzubringen! Die Kinder freuen sich auf jeden Fall.