Am Morgen fuhren wir zunächst zum Projekt und machten uns gleich früh auf den Weg ans Meer. Dort sammelten wir Algen, die später als Futter für die Schildkröten dienten, und pflanzten auch immer wieder neue nach. Anschließend besuchten wir die Schildkröten, reinigten sie sorgfältig und kümmerten uns auch um die Gehege. Insgesamt waren es etwa fünfzehn gerettete Schildkröten, die dort versorgt wurden. Zum Abschluss durften wir sie noch füttern. Man lernt auch echt viel über die Tiere.
Im Schildkrötenprojekt, habe ich gemerkt, dass sie sich wirklich über die Hilfe freuen und sie brauchen.
Die neue Unterkunft auf Sansibar ist wunderschön! Das Personal und auch das Essen waren super lecker, alle waren echt lieb und haben sich gekümmert. Es ist öfter der Strom ausgefallen, aber das ist sicher normal und das wusste ich auch schon vor der Reise.
Mein Highlight war der Moment, als wir Einheimische kennenlernten. Sie fragten uns, ob wir Lust hätten, einen typischen SansibarClub zu besuchen und natürlich sagten wir ja. Dort feierten wir gemeinsam bis vier Uhr morgens, umgeben von ganz anderer Musik, die wir so noch nie gehört hatten. Alle tanzten voller Energie und Freude, und die Stimmung war einfach unvergesslich.
Ich war bereits in einigen afrikanischen Ländern, aber man merkt schnell, dass Sansibar sehr touristisch geprägt ist. Das hatte für mich den Vorteil, dass ich mich dort sicherer fühlte. Auch kulinarisch war die Insel vielseitig. Es gab immer etwas, das lecker war und mir gleichzeitig vertraut vorkam. Allerdings ist mir auch aufgefallen, dass Sansibar recht teuer ist. Besonders positiv sind mir die Menschen in Erinnerung geblieben, die sehr freundlich und offen waren. Am Strand begegnet man jedoch oft Masai, die einem gerne etwas verkaufen möchten. Das war die einzige Situation, in der ich mich ein wenig unwohl gefühlt habe. Alles in allem eignet sich Sansibar gerade als erstes Reiseziel in weiter entfernte Länder wirklich sehr.
Es war definitiv eine gute Entscheidung, diese Reise zu machen. Alleine wäre ich wahrscheinlich niemals so organisiert unterwegs gewesen. Auch das Haus, in dem wir gewohnt haben, und das Essen dort waren einfach großartig. Es gab unzählige Möglichkeiten, andere Volunteers kennenzulernen und dabei in eine ganz andere Welt einzutauchen. Ich habe so viel gelacht, war rundum glücklich und habe unvergessliche Erinnerungen gesammelt. Für mich steht fest: Ich würde es jederzeit wieder machen.
Der Aufenthalt hat mich sehr geprägt, denn man reist in erster Linie alleine in ein fremdes Land und lernt dabei, selbstständiger zu werden, Dinge zu organisieren und Menschen besser einzuschätzen. Nach einer solchen Reise schaut man mit ganz anderen Augen auf vieles. Besonders beeindruckt hat mich das Lebensmotto auf Sansibar: „Pole Pole“ – was so viel bedeutet wie „langsam, langsam“. Die Menschen dort sind unglaublich entspannt und gelassen, etwas, das man in Deutschland kaum noch erlebt. Diese Haltung habe ich für mich mitgenommen und möchte sie auch im Alltag nicht vergessen.
Lasst euch auf den Vibe ein – Sansibar ist nicht Deutschland. Auch wenn es wunderschön ist, sollte man nie vergessen, dass dies die Realität der Menschen vor Ort ist, während wir irgendwann einfach wieder nach Hause fahren. Deshalb: Seid achtsam, habt Geduld und lasst euch auf alles ein, was euch dort erwartet.
Ein kleines Beispiel: Das Wort „Kaka“ bedeutet so viel wie „Bruder“, und die Einheimischen haben sich immer gefreut, wenn wir es benutzt haben. Gleichzeitig ist wichtig, respektvoll zu bleiben – Schulen oder Begegnungen mit Kindern sind keine „Zoos“. Es sind echte Lernorte und Momente, die man nicht für schnelle Instagram-Fotos ausnutzen sollte. Seid also bewusster und respektvoller als manch andere Touristen. Genießt es! Ihr werdet euch euer ganzes Leben daran erinnern