Um 5 Uhr ging es früh los zum Morgengebet. Da man früh ins Bett geht, wird man auch früh wieder wach und das stellte kein Problem dar für mich. Das Erlebnis sollte man auf jeden Fall ein paar Mal mitnehmen, da man so die gelebte Kultur und Religion mitbekommen kann. Das Ganze ist aber nicht verpflichtend, heißt Langschläfer mit einem guten Schlaf können die Pauken und Trompeten auch auslassen. Man wird rundum gut versorgt, praktisch alle 2 Stunden gibt es Tee oder etwas zu essen. Dazwischen leistet man Karma-Arbeit. In der Küche hat man zu meiner Zeit nicht viel Hilfe gebraucht, normalerweise kann man aber dort immer etwas tun. Ansonsten kannst du doch mit den Nonnen, die englisch sprechen können, unterhalten oder mit ihnen etwas malen. Ich bin auch viel mit dem Besen durch die Gegend gerannt 😉 oder spazieren gegangen. Da muss man aber zeitig zurück sein, da die Tore am frühen Abend verschlossen werden.
Sowohl in Kathmandu als auch im Nonnenkloster waren Unterkunft, Essen und Sicherheit zu 100% super. Es wurde durch das Team vor Ort sofort reagiert wenn du irgendetwas auf dem Herzen hattest oder Hilfe benötigt hast. Sie waren alle unglaublich herzlich und zuvorkommend. Ich habe mich bei Bhagwan und seiner Familie immer wie zuhause gefühlt!
Das Essen ist unbeschreiblich frisch und gut. Egal welches Nepali-Gericht ich gegessen habe, es war immer super lecker. Außerdem habe ich auf meinen Reisen selten Menschen kennengelernt, die so gastfreundlich und höflich sind, fast schon aufopfernd. Das es ihren Gästen gut geht, steht für sie quasi an erster Stelle. Alles weitere muss man vor Ort erleben und einfach offen sein für die Kultur. Allerdings hatte ich keinerlei Schwierigkeiten. Wenn man sich respektvoll verhält, lernt man bald was wichtig ist und was nicht.
Man lernt schnell, wie selbstständig man sein kann. Offen auf fremde Menschen zuzugehen, die eine unbekannte Kultur haben, erfordert im ersten Moment etwas Mut, wird aber zu 100% stets belohnt 🙂
Da ich gerade erst knapp über der Hälfte meiner Zeit mit wayers bin, ist es schwierig ein Abschlusswort zu formulieren. Ich werde ab in einer Woche ein weiteres Projekt von wayers unterstützen in Sri Lanka. Jede Reise ist eine gute Entscheidung, man kommt in jedem Fall bereichert und auf gewisse Weise mutiger wieder nach Hause.
Wir haben an einem Tag ca. 7 Stunden lang Momos gemacht, eine Art gefüllter Knödel. Da dort viele junge Nonnen leben, haben wir grob 600 Stück zubereitet. Wir saßen zusammen in der Küche am Boden, die älteren Nonnen und ich, haben Tee getrunken und vor uns hin gearbeitet. Das hat großen Spaß gemacht! Ein weiteres Highlight war, als mich ein älterer, zahnlosen Herr bei einem Spaziergang auf eine Tasse Tee eingeladen hat – ohne ein Wort englisch zu sprechen. Diese Herzlichkeit zu erleben, obwohl man nur mit Hand und Fuß kommunizieren kann, war etwas ganz besonderes und kein Einzelfall.
Scheue dich nicht Fragen zu stellen – die Menschen vor Ort wissen, dass für dich alles neu ist. Nur wer spricht, wird gehört. Sei offen und höre zu.