Ich und meine beste Freundin hatten zusammen ein Zimmer. Unter der Woche sind wir jeden Morgen um 7 Uhr aufgestanden und haben uns ganz in Ruhe fertig gemacht. Danach sind wir zwischen 8 und 8:30 dann rüber zum Frühstücken gegangen. Dort haben haben wir uns mit unseren Freunden getroffen, welche wir über das Projekt kennen gelernt haben.
Um 9 Uhr kamen dann unsere Coordinators und haben ganz laut „turtle time“ gerufen. Dann wurde kurz gesagt, welche Gruppe (in die wir jede Woche eingeteilt wurden) in welches Turtle Zentrum geht (es gab ein neues und ein altes). Dort haben wir dann bis 11 gearbeitet. Zu unseren Aufgaben gehörten überwiegend, die Tanks zu putzen und wieder mit neuem Wasser aufzufüllen, die Schildkröten zu füttern und putzen und das Futter zu zubereiten.
Um 11 Uhr waren wir dann fürs erste fertig. Meine Freundin und ich sind dann wieder in unser Zimmer und haben fast jeden Tag einen kleinen Power Nap gemacht. Ich glaube, die Hitze hat uns gerade am Anfang oft schlapp gemacht. (Am ersten Tag hatte ich sogar ein Sonnenstich, aber man hat mir sofort geholfen und auch am nächsten Tag wurde sich um meine Gesundheit gesorgt).
Zwischen 12:30 und 13 Uhr sind wir zum Mittagessen gegangen.
Von 14 bis 16 Uhr haben wir uns nochmal um die Schildkröten gekümmert.
Abends sind wir nach dem Essen oft noch in die Stadt gelaufen und haben den Abend ausklingen lassen. Einmal in der Woche gab es einen Tag an dem wir zum Strand (Cristal Bay) gefahren sind. Morgens die eine Gruppe und mittags die andere (damit immer jemand bei den Turtles war). Am Wochenende haben wir oft kleine Ausflüge unternommen. Zum Beispiel waren wir ein Wochenende auf den Gili Inseln. Dort haben wir echt viel erlebt und viele neue Leute kennen gelernt.
Ich hab mich sehr wohl und aufgehoben gefühlt. Gerade wenn man das erste Mal auf einem anderen Kontinent ist und eine neue Kultur kennenlernt, ist man anfangs noch etwas unsicher und unerfahren . Wir wurden aber gleich bei unserer Ankunft liebevoll begrüßt und es wurde alles in Ruhe geklärt. Die Einführungswoche finde ich eine super Idee, denn das gibt direkt mehr Klarheit und Sicherheit und man kann sich schnell gut einleben. Auch unsere Coordinators waren immer mit vollem Herzen dabei und man hat sie schnell ins Herz geschlossen.
Auch die Unterkünfte waren mega. Besser als ich erwartet hatte. Beim Essen war für jeden etwas dabei. Allgemein hatte ich ein gutes Sicherheitsgefühl auf Bali und alle waren stets höflich und aufgeschlossen. Man wusste, dass man immer einen Ansprechpartner hat, was vor allem am Anfang sehr wichtig war. Insgesamt fand ich alles sehr gut organisiert und es hat sehr viel Spaß gemacht.
Zu meinen Highlights gehören vor allem die Lagerfeuer, welche jede Woche am Donnerstag zusammen mit den Coordinators und den anderen Volunteers stattgefunden haben. Dort wurden diejenigen verabschiedet, welche in der Woche wieder nach Hause gegangen sind. Zudem konnte man immer seine Bedenken, Fragen und Verbesserungen äußern. Das war den Coordinators sehr wichtig und man hat gemerkt, dass sie nur das Beste sowohl für uns als auch für die Schildkröten wollen. Unklarheiten und Anliegen konnten somit immer mit allen gemeinsam besprochen werden . Das ging ca. 15 Minuten. Danach wurde ein Lied nach dem nächsten gesungen. Die Coordinators hatten Instrumente dabei und wir die Snacks und Getränke. Wir haben uns sehr gut mit den Coordinators verstanden und wir saßen oft bis spät abends am Feuer. Das waren teilweise die lustigsten Abende.
Zudem war das Turtle Release eines der schönsten Tage. Der Moment als wir die Schildkröten ins Meer gelassen haben, war unbeschreiblich.
Ein weiteres Highlight war die Delfin Tour an meinem Geburtstag und die Wasserfall Tour am Tag darauf (in der Einführungswoche).
Auch das Surfcamp nach dem Projekt war eine unvergessliche Erfahrung. Gott sei Dank konnten wir das über wayers problemlos dazu buchen denn auch damit haben wir uns direkt sicherer gefühlt.
An sich war aber jeder einzelne Tag unvergesslich! Ich kann unmöglich alle besonderen Momente zusammenfassen.
Durch die Einführungswoche hat man viel über die Kultur gelernt. Ich habe das sehr interessant gefunden und kam auch gut mit der Kultur zurecht. Ich hab mich schnell an viele Dinge gewöhnt. Auch daran, dass ich oft nachts aufgewacht bin aufgrund der Gebete. Wir konnten uns gut anpassen und sind bis heute von der Freundlichkeit der Einheimischen begeistert. Egal wo man hin kam, man war immer willkommen. Die Menschen dort sind sehr gastfreundlich und hilfsbereit. Sie leben im hier und jetzt. Sowas waren wir von Deutschland nicht gewohnt. Das war auch eines der ersten Dinge, die uns aufgefallen sind. Auch als Mädchen hatten wir ein gutes Sicherheitsgefühl.
Womit ich nicht gerechnet habe, war der ganze Müll. Das hat mich am Anfang sehr schockiert, aber auch daran hab ich mich gewöhnt. In der Zeit ist mir aber klar geworden, wie gut wir es in Deutschland haben und dass wir es mit Luxusproblemen zu tun haben. Umso mehr hat es mich erstaunt, wie glücklich die Menschen dort leben. Die meisten machen einen sehr zufriedenen Eindruck.
Auch die Rituale wie zum Beispiel das „sarang jani“ sind mir in Erinnerung geblieben. Wir durften das auch selber basteln und haben während dessen viel gelernt.
Was mich bis heute beschäftigt, sind die ganzen Straßenhunde und Katzen. Wir haben teilweise sehr schlimme Sachen gesehen und als Tierliebhaber tat uns das viel zu oft leid. Am liebsten hätte ich jeden zweiten Hund oder Katze mit nach Hause genommen. Ich weiß, dass das ein Problem auf Bali ist, was sich nicht leicht lösten lässt, aber das hat mich oft traurig gemacht.
Das Verkehrschaos hat mich am Anfang auch etwas überfordert, aber man hat sich auch daran zu schnell gewöhnt. Sogar, dass manchmal Kinder auf einem Motorroller an dir vorbei fahren (alleine oder auch mit 4 weiteren Kindern hinten drauf).
Über das Essen kann man sich auch nicht beschweren vor allem nicht über das viele Obst. Ich hatte zwar zwischen drin mal kurz „Bali belly”, weil ich nicht richtig aufgepasst habe, aber sonst war alles echt in Ordnung.
Als wir einen traditionellen Tanzkurs machen durften habe ich mich sehr gefreut da ich selber auch tanze. Jedoch habe ich so ein Tanz noch nie gesehen und fande es sehr interessant. Allgemein hab ich viel über die Kultur und die Lebensart gelernt, was mir ohne wayers glaub ich nicht so gut gelungen wäre.
Das einzige was mich etwas gestört hat war, dass viele Einwohner heimlich Bilder von uns gemacht haben anstatt uns zu fragen. Wir konnten sie auch nicht darauf ansprechen, weil sie oft kein Englisch konnten, deswegen haben wir es dann oft einfach dabei belassen und es ignoriert. Trotzdem war es ein komisches Gefühl. Sonst war alles echt super.
Ich sehe manche Sachen mittlerweile anders als vor der Reise. Die positive Lebenseinstellung der Menschen auf Bali hat mich sehr beeindruckt. Oft erinnere ich mich daran zurück und erzähle es meiner Familie und Freunden. Meine Schwester neigt dazu, sich über Luxus-Probleme zu beschweren und ist schon ganz genervt von mir, wenn ich ihr dann meine Erlebnisse von der Reise erzähle.
Ich habe viele Freundschaften geschlossen und habe bis heute noch Kontakt zu einigen davon. Während des Aufenthaltes musste ich mehrmals über meinen eigenen Schatten springen, was mein Selbstbewusstsein ein wenig verbessert hat. Vor der Reise hatte ich Probleme damit, auf fremde Menschen zu zugehen. Während des Projektes und meines Aufenthalts auf Bali bin ich da allerdings nicht drum herum gekommen und das hat mich somit gezwungen, das zu lernen. Mittlerweile habe ich damit kein großes Problem mehr.
Zudem habe ich viel über das Reisen auf anderen Kontinenten gelernt und auf was man alles so achten muss. Mit Hilfe von wayers ist mir das leichter gefallen. Ansonsten hätte ich die Hälfte vergessen. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt und unvergessliche Momente erlebt.
Da ich erst mit der Schule fertig war und noch nie so weit weg gewesen bin, bin ich froh, dass ich durch Zufall wayers gefunden habe. Man ist unerfahrener als man denkt und durch wayers hat man von Anfang an eine klare Struktur. Man ist in guten Händen und muss nicht alles alleine planen. Überall wird einem geholfen und man bekommt rechtzeitig wichtige Informationen. Auch über die Kultur bekommt man einen groben Überblick.
Vor Ort hat man immer einen Ansprechpartner, der zur Verfügung steht. Es wird einem alles in Ruhe und ausführlich erklärt, wenn man Fragen hat. Ich hatte nie das Gefühl, alleine und überfordert zu sein. Es war alles gut organisiert und alle waren sehr nett.
Auch bei der Hin- und Rückreise hatte man vor Ort Unterstützung, was ich sehr gut finde. Ich bin dankbar, dass mir diese Reise ermöglicht wurde und stolz darauf, ein Teil des Projektes sein zu dürfen. Ich habe gesehen, wofür das Geld genutzt wird und bin glücklich, dass es einem so wichtigen und guten Zweck verwendet wird.
Die Leute dort sind herzensgute Menschen und ich bin dankbar, sie kennengelernt zu haben. Die Arbeit mit den Meeresschildkröten hat mir sehr viel Spaß gemacht und hoffe, dass sie noch viel erreichen können. Es war also eine gute Entscheidung, diese Reise zu machen.